Ob ein Damen-Winterschuh zu dir passt, entscheiden vier Dinge: der Leisten, der Schaft an der Wade, das Futter und die Sohle. Alle Wintermodelle nach Marke und Einsatz, mit Passform-Hinweisen aus dem Geschäft: Winterstiefel-Ratgeber, Lowa Winterstiefel mit Barina, Calceta und Renegade Evo Ice Ws sowie Meindl Winterstiefel.
Lowa baut seine Damenmodelle auf eigenen Damenleisten mit geringerer Risthöhe und weniger Volumen im Ballen. Die Zwischensohlen stimmt Lowa auf das im Schnitt niedrigere Körpergewicht von Frauen ab. Hanwag beschreibt Damenfüße als kürzer und schmaler, mit weniger Volumen und niedrigerem Rist. Dolomite baut Damenmodelle wie den 54 Low auf dem „Perfecta“-Leisten und nennt eine schmalere Fersenkonstruktion, mehr dazu auf unserer Seite zum Dolomite 54. Für den Rush Polar GTX Woman gibt Scarpa einen Medium-Leisten an.
Bei Meindl heißen die Damenmodelle Lady und kommen in Damengrößen. Einen eigenen Damenleisten beschreibt Meindl auf seinen Produkt- und Technikseiten nicht. Brauchst du vorne mehr Platz, schau dir den Meindl Gemona Lady GTX und den Sella Lady GTX an: Beide baut Meindl mit Comfort fit, laut Meindl mit mehr Platz im Ballen- und Zehenbereich. Mehr dazu unter Meindl Comfort fit. Unisex-Modelle wie den Stadler Lorenz Lammfell führt Stadler für Damen und Herren in UK 4 bis 13,5. Einen Damenleisten nennt Stadler dafür nicht.
Laut Hanwag setzt die Wade bei Frauen meist tiefer an als bei Männern, deshalb sind bei manchen Hanwag-Damenmodellen die Schäfte niedriger als bei den Herrenmodellen. Lowa gibt den Damenmodellen einen weicheren Schaftabschluss, der sich laut Lowa dem früheren Wadenansatz anpasst und Druckstellen verhindern soll. Zwei hohe Modelle von Lowa:
Meindl gibt die Schafthöhe in Zentimetern an, etwa 20 cm beim Samnaun Lady GTX, 18 cm beim Civetta Lady GTX und 12 cm beim Gemona Lady GTX. Eine Wadenweite nennt keiner der geprüften Hersteller, weder Lowa noch Meindl, Scarpa, CMP oder Stadler. Ob ein hoher Stiefel an deiner Wade passt, zeigt deshalb nur die Anprobe, siehe Schritt 6 im Größen-Check.
Eine einheitliche Prüfnorm für die Wärme von Freizeit-Winterschuhen gibt es nicht. Meindl nennt für seine Wintermodelle „Max. Minusgrade“: −20 °C etwa beim Gemona, Samnaun und Ohio Lady Winter GTX, −30 °C beim Meindl Gastein Lady GTX, der durchgehend echtes Lammfell mit GORE-TEX Insulated Comfort kombiniert. Den Scarpa Rush Polar GTX WMN mit PrimaLoft und GORE-TEX Duratherm hat Scarpa nach eigener Angabe im Labor auf −20 °C geprüft. Lowa nennt für seine Damen-Wintermodelle keine Temperatur. Das US-Testportal OutdoorGearLab, das Winterstiefel im Eisbad misst, hält es für schwer, solche Herstellerwerte wörtlich zu nehmen.
Echtes Lammfell steckt im Stadler Gerlos Lady ICE und im Stadler Fieberbrunn W Lady, beide laut Stadler mit Sympatex-Membran, außerdem im Stadler Chelsea Lammfell, für den Stadler keine Membran angibt, und im Meindl Serfaus Lady Identity. PrimaLoft beschreibt Lowa als synthetische, wasserabweisende Isolationsfaser, der Lowa Tibet Evo 400 GTX Ws hat 400 g davon. Der CMP Borhea WMN hat laut CMP eine herausnehmbare Innensocke, sein Futter ist zur Hälfte aus Wolle. Wasserdicht sind die Modelle mit Membran: GORE-TEX bei den GTX-Modellen von Lowa, Meindl und Scarpa, Sympatex beim Gerlos Lady ICE und Fieberbrunn W Lady, Climaprotect beim Borhea.
Kälte kommt auch von unten: In der DGUV Regel 112-191 zum Fußschutz heißt es, dass bei Kälte die Isolierung des Schuhunterbaus mehr zählt als die des Schafts. Einlegesohlen findest du bei den Einlagen. Die Kennzeichnung CI für einen kälteisolierenden Unterbau ist laut DGUV eine Zusatzanforderung für Fußschutz, etwa nach EN ISO 20345, 20346 und 20347, geprüft bei −17 °C Außentemperatur. Für einen warmen Schuh bei der Arbeit richte dich nach der Gefährdungsbeurteilung deines Arbeitgebers und der Kennzeichnung am Schuh, Modelle findest du bei den Arbeitsschuhen.
Laut DGUV wird selbst Fußschutz nicht auf seine Rutschhemmung auf Schnee und Eis geprüft, einen genormten Prüfgrundsatz dafür gibt es noch nicht. Für den Winter empfiehlt die DGUV fest am Fuß sitzende Schuhe mit einer weichen, rutschhemmenden Profilsohle, harte und starre Sohlen nennt sie unvorteilhaft. Wie groß die Unterschiede sind, misst das KITE-Forschungsinstitut in Toronto mit dem Test „Rate My Treads“: Versuchspersonen gehen über eine Eisfläche, deren Neigung langsam steigt. Laut KITE haben 67 % der geprüften Stiefel nicht bestanden.
Für Eis gibt es eigene Sohlen. Vibram Arctic Grip ist laut Vibram für nasses Eis entwickelt. Du findest sie am Lowa Renegade Evo Ice 2 GTX Ws und am Tibet Evo 400 GTX Ws. Meindl setzt beim Gastein Lady GTX die Vibram Ice Trek PRO ein, Scarpa beim Rush Polar die Wintermischung Supergum W, Stadler beim Gerlos Lady ICE eine Davos-Gummisohle mit Silizium-Carbon-Inlays. Spikes stecken in der Sohle des Icebug Ivalo4 W BUGrip, beim Vista 24-4912K klappst du sie bei Bedarf aus. Bei Fußschutz mit ausklappbaren Spikes oder Krallen hat das IFA laut DGUV auch auf Schnee und Eis eine genügende Rutschhemmung festgestellt. Auf geräumten, ebenen Flächen klappst du sie laut DGUV aber besser ein, sonst kann es rutschiger werden. Calceta Evo und Barina Evo haben eine Gummisohle von Lowa, der Barina mit Stollenprofil und Lamellen. Halt auf Eis verspricht Lowa bei beiden nicht.
Die Grenzen der Eissohlen: Vibram schreibt selbst, dass die Arctic Grip All Terrain Spikes oder Steigeisen nicht ersetzt und nicht für Böden in Innenräumen gedacht ist. In einer Pilotstudie des KITE, über die die McGill University im Dezember 2023 berichtet hat, verloren zwei Winterstiefel mit Vibram Arctic Grip beziehungsweise Green Diamond schon nach 75.000 Schritten deutlich an Halt.
Lowa empfiehlt bei den Damen-Wintermodellen die übliche Größe laut Lowa-Größentabelle, rund 15 mm Längenzugabe sind darin schon eingerechnet. Lowa rechnet in halben UK-Größen. Deshalb gibt es etwa beim Calceta Evo und Barina Evo keine EU 38,5, 40,5 oder 43, auf EU 42,5 folgt 43,5. In der Breite lässt sich ein Schuh laut Meindl weiten, in der Länge nicht. Einen Sonderfall nennt Stadler: Schuhe mit Lammfellfutter fallen laut Stadler etwas kleiner aus, beim Chelsea Lammfell und beim Lorenz Lammfell empfiehlt Stadler deshalb eine halbe Nummer größer als üblich. Eine Pauschalregel wie „bei Winterschuhen immer eine halbe Nummer größer“ haben wir bei Lowa, Meindl und Hanwag nicht gefunden.
Größen-Check in sechs Schritten
1. Später am Tag anprobieren: Probier Winterschuhe am Nachmittag an, mit den Socken, die du dazu tragen wirst. Das raten Lowa, Meindl und Hanwag. Laut Meindl werden die Füße im Lauf des Tages größer.
2. Herstellerangabe lesen: Bei Lowa die übliche Größe laut Tabelle nehmen, ohne eigenen Zuschlag, und auf die UK-Halbgrößen achten. Bei Lammfell-Modellen auf einen Größenhinweis wie den von Stadler achten.
3. Mit Socke und Einlage probieren: Trägst du Einlagen, probier sie laut Meindl gleich mit. Lowa rät, Schuhe beim Anprobieren mindestens 15 Minuten zu tragen, auch bergauf und bergab.
4. Fingerprobe: Vor den Zehen sollte laut Hanwag etwa ein Fingerbreit Luft sein, laut Meindl rund 1 cm. Liegst du zwischen zwei Größen, rät Meindl zum etwas größeren Schuh.
5. Breite und Rist: Die Zehen bewegen sich frei, über dem Rist drückt nichts. Laut OutdoorGearLab soll die dicke Socke Platz haben, ohne dass der Fuß rutscht.
6. Schaft an der Wade: Hohe Stiefel mit der Hose oder Strumpfhose anprobieren, die du dazu trägst. Schnürung oder Reißverschluss ganz schließen und im Sitzen und Gehen prüfen, ob der Schaftrand drückt.
Deine Füße vermessen wir gern in unserer ServiceZone in Aich. Wie du zu Hause misst, steht in unserer Anleitung zur richtigen Größe.
| Modell | Typ und Schaft | Futter | Sohle | Leisten und Größe | Kälte laut Hersteller |
|---|---|---|---|---|---|
| Lowa Calceta Evo GTX Ws | Winterboot bis über die Wade, Haken-Schnürung | GORE-TEX-Warmfutter | Lowa-Gummisohle, flexibel | Damenleisten, Weite Standard, übliche Größe | keine Angabe |
| Lowa Barina Evo GTX Ws | Stiefel bis zur Wade, seitlicher Reißverschluss | GORE-TEX-Warmfutter | Lowa-Gummisohle mit Lamellen, flexibel | Damenleisten, Weite Standard, übliche Größe | keine Angabe |
| Lowa Renegade Evo Ice 2 GTX Ws | Winterwanderschuh, mäßig steif | GORE-TEX-Warmfutter | Vibram Arctic Grip | Damenleisten, Weite Standard, übliche Größe | keine Angabe |
| Lowa Tibet Evo 400 GTX Ws | isolierter Winterschuh, steif | 400 g PrimaLoft, GORE-TEX Duratherm | Vibram Arctic Grip | Damenleisten, Weite Standard, übliche Größe | keine Angabe |
| Meindl Gastein Lady GTX | Winter Light Hiker, Schaft 12 cm | durchgehend Lammfell, GORE-TEX Insulated Comfort | Vibram Ice Trek PRO | Lady-Modell, kein eigener Leisten genannt | bis −30 °C |
| Meindl Samnaun Lady GTX | Winter Style, Schaft 20 cm | GORE-TEX Insulated Comfort mit Webpelz | Meindl Gummiprofilsohle Grip | Lady-Modell, kein eigener Leisten genannt | bis −20 °C |
| Scarpa Rush Polar GTX WMN | für Schneewanderungen und Schneeschuhtouren | PrimaLoft, GORE-TEX Duratherm | Gummimischung Supergum W | Leisten Medium | −20 °C, im Labor geprüft |
| Stadler Gerlos Lady ICE | Damenmodell aus Leder und Loden, UK 4 bis 9 | echtes Lammfell, Sympatex | Davos Contact Supergrip ICE mit Silizium-Carbon-Inlays | kein Leisten genannt | keine Angabe |
| Stadler Chelsea Lammfell | für Damen und Herren, UK 4 bis 12,5 | echtes Lammfell, keine Membran angegeben | Davos Contact ICE | laut Stadler eine halbe Nummer größer | keine Angabe |
Angaben laut den Produktseiten von Lowa, Meindl, Scarpa und Stadler, Stand Oktober 2026.
Das OUTDOOR-Magazin hat den Hanwag Banks Snow GTX getestet, der Testbericht erschien im Februar 2026. Es lobt die griffige Vibram-Sohle und den Halt, beschreibt die Passform als mittelbreit mit hohem Schaft und schreibt, dass der Schuh auch bei mildem Wetter nicht schwitzig wird. Für die Damenversion Hanwag Banks Snow Lady GTX nennt der Test 1220 g pro Paar in Größe 38. Ob die Lady-Version eigens getestet wurde, geht aus dem Bericht nicht hervor. Für die übrigen Modelle hier haben wir keinen unabhängigen Test gefunden, auch nicht in den Listen von OutdoorGearLab und KITE.
Was die Hersteller offenlassen: Keiner der geprüften Hersteller nennt eine Wadenweite, Lowa für Calceta Evo und Barina Evo auch weder Temperatur noch Gewicht. Für Wade und Größe zählt deshalb die Anprobe, für Eis eine Sohle, die der Hersteller ausdrücklich dafür entwickelt hat.
Weitere Winterstiefel wie den Barina Evo und den Brütting Carezza, den wir als Unisex-Modell führen, findest du bei den Winterstiefeln für Damen. Alle Modelle für Damen und Herren stehen unter Winterschuhe und Winterstiefel, das ganze Wintersortiment unter Winter. Das Gegenstück für Männer sind unsere Winterschuhe für Herren. Dazu passen warme Socken und Pflegemittel gegen Nässe und Streusalz. Alle Modelle der Marken stehen unter Dachstein, Lowa, Meindl, Ammann und Stadler.
Viele Damenmodelle stehen auf einem eigenen Leisten. Lowa nennt eine geringere Risthöhe, weniger Volumen im Ballen und einen weicheren Schaftabschluss für den früheren Wadenansatz. Hanwag beschreibt Damenfüße als kürzer und schmaler mit niedrigerem Rist und baut manche Damenschäfte niedriger, Dolomite nennt eine schmalere Ferse. Meindl führt Lady-Modelle in Damengrößen, beschreibt aber keinen eigenen Damenleisten.
Eine gemeinsame Prüfnorm für die Wärme von Freizeit-Winterschuhen gibt es nicht, Temperaturen sind Herstellerangaben. Meindl gibt für den Gastein Lady GTX mit Lammfell und GORE-TEX bis −30 °C an, für Gemona, Samnaun und Ohio Lady Winter GTX bis −20 °C. Den Scarpa Rush Polar GTX WMN mit PrimaLoft hat Scarpa im Labor auf −20 °C geprüft, im Lowa Tibet Evo 400 GTX Ws stecken 400 g PrimaLoft. Echtes Lammfell mit Sympatex-Membran haben laut Stadler der Gerlos Lady ICE und der Fieberbrunn W Lady.
Eine Wadenweite nennen weder Lowa noch Meindl, Scarpa, CMP oder Stadler. Lowa gibt den Damenmodellen einen weicheren Schaftabschluss für den früheren Wadenansatz. Beim Lowa Calceta Evo GTX Ws, der laut Lowa bis über die Wade reicht, passt du die Schnürung über offene Haken individuell an. Probier hohe Stiefel mit der Hose oder Strumpfhose an, die du dazu trägst, und schließ Schnürung oder Reißverschluss ganz.
Das hängt vom Hersteller ab. Lowa empfiehlt die übliche Größe laut Lowa-Größentabelle, in der rund 15 mm Längenzugabe schon stecken. Meindl rät zu etwa 1 cm Platz vor den Zehen und im Zweifel zum etwas größeren Schuh, Hanwag zu einem Fingerbreit Luft. Stadler schreibt, dass Schuhe mit Lammfellfutter etwas kleiner ausfallen, und empfiehlt beim Chelsea Lammfell und Lorenz Lammfell eine halbe Nummer größer. Probier am besten am Nachmittag an, mit den Socken, die du dazu trägst.
Einen genormten Prüfgrundsatz für die Rutschhemmung auf Schnee und Eis gibt es laut DGUV noch nicht. Für nasses Eis entwickelt ist laut Vibram die Arctic Grip, etwa am Lowa Renegade Evo Ice 2 GTX Ws und am Tibet Evo 400 GTX Ws. Meindl setzt beim Gastein Lady GTX die Vibram Ice Trek PRO ein, Stadler beim Gerlos Lady ICE eine Davos-Sohle mit Silizium-Carbon-Inlays. Spikes ersetzt die Arctic Grip All Terrain laut Vibram nicht, und in einer kleinen KITE-Pilotstudie mit zwei Winterstiefeln ließ der Halt, auch mit Arctic Grip, schon nach 75.000 Schritten deutlich nach.
Ja. Meindl baut den Gemona Lady GTX und den Sella Lady GTX mit Comfort fit, laut Meindl mit mehr Platz im Ballen- und Zehenbereich. Calceta Evo und Barina Evo gibt es bei Lowa nur in der Leistenweite Standard für mittelbreite Füße. Achte bei der Anprobe darauf, dass sich die Zehen auch mit dicker Wintersocke frei bewegen.
Ein hoher Schaft hält mehr Schnee draußen, muss aber an der Wade passen. Meindl gibt bei seinen Lady-Wintermodellen Schafthöhen von 12 cm beim Gemona Lady GTX bis 20 cm beim Samnaun Lady GTX an, Lowa baut den Barina Evo bis zur Wade und den Calceta Evo bis über die Wade. Für Winterwanderungen nennt Lowa unter anderem den Renegade Evo Ice 2 GTX Ws, für Winterspaziergänge und Familienausflüge den Calceta Evo und den Barina Evo.
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