Sicherheitsschuhe, im Alltag oft auch Arbeitsschuhe genannt, werden nach EN ISO 20345 geprüft. Laut DGUV muss jeder Schuh dauerhaft gekennzeichnet sein, unter anderem mit der Norm samt Ausgabejahr und der Kategorie oder den Symbolen der Zusatzanforderungen. Im Juni 2022 erschien laut DGUV eine neue Fassung mit neuen Kürzeln. Viele Modelle, auch in unserem Sortiment, tragen noch die Normzeile EN ISO 20345:2011. Achte deshalb auf das Jahr. Die Klassen bauen laut DGUV aufeinander auf:
Neu seit 2022: Die Rutschhemmung auf Fliese mit Reinigungsmittel ist laut DGUV Grundanforderung, die Kraftstoffbeständigkeit der Laufsohle nur noch ein Zusatz (FO). Welche Klasse du brauchst, legt die Gefährdungsbeurteilung deines Arbeitgebers fest, in Österreich die Arbeitsplatzevaluierung. In Deutschland nennt die BG BAU S3 zum Beispiel für Rohbau, Tiefbau, Gerüstbau und Abbruch, die SVLFG für die meisten Arbeiten in Land- und Forstwirtschaft und Gartenbau. Maßgeblich ist immer die Kennzeichnung im Schuh.
Seit 2022 zeigt die Kennzeichnung, welche Einlage gegen Durchstich im Schuh steckt. Geprüft werden alle laut DGUV mit 1.100 Newton, der Unterschied liegt im Material und im Prüfnagel:
Nach der Fassung 2011 wurden metallische und nichtmetallische Einlagen laut DGUV gleich geprüft und nicht unterschieden. Ein S3 nach der Fassung 2011 kann also auch eine Textileinlage haben, laut AKU etwa Montagnard, Superalp und Utah Work GTX.
Welche Einlage passt? Musst du mit Nägeln dünner als 3 mm rechnen, bietet laut DGUV nur eine metallische Einlage hinreichenden Schutz, ein sehr geringes Restrisiko bleibt. Für Hoch-, Tief- und Brückenbau, Zimmerer, Dachdecker, Gerüstbau und Abbruch vermerkt die DGUV-Beispielliste „Metallische Einlage gegen Durchstich“ und empfiehlt knöchelhohe Schuhe (Schuhform B). Die Liste ersetzt laut DGUV aber nicht die Gefährdungsbeurteilung. Gewebeeinlagen sind laut DGUV grundsätzlich biegsamer als Stahleinlagen. Nichtmetallische Einlagen können die ganze Sohlenfläche abdecken, wenn sie direkt am Schuhoberteil befestigt sind. Bei Metalleinlagen bleibt bauartbedingt ein ungeschützter Randbereich in zulässiger Breite.
Bei S3 prüft die Norm laut DGUV nur das Obermaterial, 60 Minuten lang auf Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme (Kürzel WPA, früher WRU), nicht den ganzen Schuh. Die Folge laut DGUV: Nasse Füße bekommst du nicht sofort, bei längerer Nässe aber schon. Den ganzen Schuh prüft erst der Zusatz WR oder die Klasse S7, etwa mit 100 Wannenlängen durch 30 mm tiefes Wasser. Auch dann sind laut DGUV kleine Undichtigkeiten zulässig. Bei stärkerer Nässe rät die DGUV zu WR oder S7. Nach der Fassung 2011 hießen solche Schuhe S3 WR, so wie die drei AKU-Modelle. Für die Norm zählt nicht das GORE-TEX-Futter, sondern WR oder S7 auf dem Etikett. Mehr dazu auf unserer Seite wasserdichte Sicherheitsschuhe.
Was keine dieser Prüfungen abdeckt: Auf Schnee und Eis wird laut DGUV kein Sicherheitsschuh auf Rutschhemmung geprüft, und gegen seitliche Stöße ist für die Zehenschutzkappe kein Schutz nachgewiesen.
Die Norm schreibt laut DGUV kein Material vor, jede Kappe muss dieselbe Prüfung bestehen. Laut Hersteller steckt im La Sportiva Nepal S3 Work GTX eine Stahlkappe, in Garsport Hexa und Brynje Drizzle eine aus Aluminium, in Pezzol Viking und Clan eine aus Glasfaser. Die Kappe aus Aluminiumlegierung der AKU-Work-Modelle trägt laut AKU wenig auf und lässt Platz im Schuh. Die SVLFG, Unfallversicherung der Grünen Branche, hält Kunststoffkappen meistens für geeignet: Sie machen den Schuh leichter und verformen sich nicht.
Zur Kälte schreibt die DGUV: Weder Metallkappe noch Metalleinlage verstärken das Auskühlen im Schuh, entscheidend ist die Isolierung des Unterbaus (CI).
Wo du anstoßen kannst, empfiehlt die DGUV knöchelhohe Schuhe (Schuhform B). Schuhe mit erhöhtem Schutz gegen Umknicken empfiehlt sie etwa für Steinbrüche, Gleisbau, Abbruch sowie Garten- und Landschaftsbau. Knöchelhohe Schuhe erhöhen den Schutz gegen Umknicken laut DGUV bei korrekter und vollständiger Fixierung am Fuß, etwa durch Schnürung. Brynje und Garsport bauen einige Modelle mit BOA-Drehverschluss.
Den AKU Montagnard Work GTX nennt AKU die zertifizierte Version des Bergschuhs Montagnard GTX, mit hoher Steifigkeit für Arbeit in der Höhe und auf Gebirgsbaustellen. Der AKU Superalp Work GTX stammt laut AKU von einem Backpacking-Schuh ab, ist mittelsteif und auch für Rettungseinsätze gedacht. Beide sind laut AKU für Steigeisen geeignet.
Den La Sportiva Nepal S3 Work GTX nennt La Sportiva für Baumpfleger und Leitungsbau, laut der früheren EU-Seite von La Sportiva eignet er sich für Step-in-Steigeisen. Seine neue Version mit neuem Zertifikat ist der Nepal Work S7S GTX. Er hat keinen Schnittschutz, du findest ihn bei den S7 Sicherheitsschuhen. Der Nepal hält nach unserer Erfahrung die Ferse fest und hat eine normale Weite. Alle Nepal-Modelle vergleichen wir auf unserer Seite La Sportiva Nepal.
Leder dehnt sich laut DGUV nur in Grenzen. Die Zehenschutzkappe ist fest eingebaut und gibt vorne nicht nach. Was beim Anprobieren vorne drückt, wird nicht besser. Dazu ändert sich das Fußvolumen laut DGUV im Lauf des Tages um 4 bis 5 Prozent. Die Weite ist laut DGUV nicht genormt. Für breite Füße gibt es laut DGUV Modelle mit überbreiter Kappe oder Überweite, die SVLFG rät zur Fußvermessung, etwa nach einem Mehrweitensystem. Die häufigsten Beanstandungen betreffen laut DGUV den Übergang von der Kappe zum Schaft, und beim Knien darf die Kappe nicht unzumutbar drücken.
Für Damen: Die SVLFG rät Frauen zu eigenen Damenmodellen statt kleinerer Herrengrößen. Ein S3-Modell mit eigenem Damenleisten führen wir nicht. Größen ab EU 36 nennen AKU für den Superalp Work GTX, den AKU als Unisex führt, und Garsport für Hexa-Viper Mid und Hexa-G2 Low. Unsere Größen siehst du beim Produkt.
Einlegesohle und Einlagen: Die Einlegesohle ist Teil der Zertifizierung: Mit einer anderen als der mitgeprüften erlischt laut DGUV die EU-Baumusterprüfbescheinigung, weil sich Antistatik und Resthöhe unter der Kappe ändern können. Orthopädische Einlagen sind nur zulässig, wenn sie nach einer mitgeprüften Fertigungsanweisung gebaut sind. In Österreich gibt es dafür die Verwenderbescheinigung für orthopädische Sicherheitsschuhe nach ÖNORM Z 1259, das Formular stellt die AUVA bereit.
1. Nachmittags messen: Miss beide Füße in Länge und Breite, laut DGUV möglichst am Nachmittag, etwa nach der Arbeit.
2. Der größere Fuß zählt: Sind deine Füße verschieden lang, nimm laut AKU die Größe für den größeren.
3. Arbeitssocken und Originalsohle: Probier mit deinen Arbeitssocken und der Einlegesohle, die im Schuh liegt.
4. Knien und hocken: Schuh fest schließen, in die Hocke gehen, knien. Am Kappenrand darf nichts drücken, die Zehen dürfen vorne nicht anstoßen. Stoßen sie an, rät La Sportiva bei Bergstiefeln zur nächsten halben Größe.
5. Probegehen: „Immer anprobieren und probegehen“, schreibt die DGUV. Die Schuhspitze darf laut DGUV nicht so schwer sein, dass sie den Fuß nach vorn zieht, das kann zu Stolperunfällen führen.
6. Neues Modell, neu probieren: Deine Größe aus einem anderen Sicherheitsschuh ist nur ein Startwert, weil gleiche Größen verschiedener Hersteller laut DGUV nicht immer gleich passen, etwa wegen unterschiedlicher Leisten.
Deine Füße vermessen wir gern in unserer ServiceZone in Aich.
Die Angaben stammen von den Herstellern. Maßgeblich ist das Etikett in deinem Paar.
| Modell | Kennzeichnung | Zehenkappe | Einlage | Bauart | Einsatz laut Hersteller |
|---|---|---|---|---|---|
| AKU Montagnard Work GTX | EN ISO 20345:2011 S3 HI CI WR HRO SRC | Aluminiumlegierung | Textil-Composite | Stiefel, Perwanger-Leder 2,6 mm, GORE-TEX, Vibram Curcuma, hohe Steifigkeit | Arbeit in der Höhe, Gebirgsbaustellen, Steigeisen |
| AKU Superalp Work GTX | EN ISO 20345:2011 S3 HI CI WR HRO SRC | Aluminiumlegierung | Textil-Composite | Stiefel, Perwanger-Wildleder, GORE-TEX, Vibram Fourà, mittlere Steifigkeit, EU 36 bis 48 | Arbeit in der Höhe, Gebirgsbaustellen, Rettung, Steigeisen |
| AKU Utah Work GTX | EN ISO 20345:2011 S3 HI CI WR HRO SRC | Aluminiumlegierung | Textil-Composite | Stiefel, Nubuk 2,6 mm, GORE-TEX, Vibram Fourà | Gebirgsbaustellen |
| La Sportiva Nepal S3 Work GTX | EN ISO 20345:2011 S3 AN SRC | Stahl | Material nicht genannt, 1.100 N | Stiefel, Perwanger-Rauleder 3 mm, GORE-TEX, Vibram Bernina | Baumpflege, Leitungsbau, Step-in-Steigeisen |
| Garsport Hexa-Viper Mid BOA, Hexa-G2 Low | S3S ESD | Aluminium | Composite | knöchelhoch mit BOA bzw. Halbschuh, PU-Sohle, 36 bis 48 | Werkstatt, Lager, Logistik, Transport, Bau |
| Brynje Drizzle | EN ISO 20345:2022 S3S SC FO SR, ESD | Aluminium | Faser | Vollnarbenleder, BOA, Sohle aus EVA und Gummi | Bau und Handwerk, leichte Industrie, Transport und Lager |
Quellen: Produktseiten von AKU, La Sportiva (USA und frühere EU-Seite), Garsport und Brynje, Stand Oktober 2026.
Einen unabhängigen Vergleichstest von S3-Sicherheitsschuhen haben wir bei Stiftung Warentest und ÖKO-TEST nicht gefunden (Stand Oktober 2026). Den Nachweis liefert die EU-Baumusterprüfung: Die BG BAU rät, nur CE-gekennzeichneten, baumustergeprüften Fußschutz zu verwenden.
Eine feste Frist für den Austausch gibt es laut DGUV nicht, die Gebrauchsdauer hängt von Beanspruchung und Pflege ab. Aus dem Verkehr gehört ein Sicherheitsschuh laut DGUV zum Beispiel, wenn das Profil abgelaufen ist, sich die Sohle löst, Nähte offen sind oder die Kappe frei liegt oder verformt ist.
Quellen: DGUV Regel 112-191, Ausgabe Dezember 2025 (PDF), DGUV-Beispielliste Fußschutz, Stand März 2024 (PDF), DGUV-Kurzzeichen, BG BAU, SVLFG, AUVA und Herstellerseiten. Stand: Oktober 2026.
S3 ist eine Schutzklasse nach EN ISO 20345. Der Schuh hat eine Zehenschutzkappe, geprüft mit 200 Joule, einen geschlossenen Fersenbereich, ist antistatisch und nimmt an der Ferse Energie auf. Das Obermaterial ist auf Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme geprüft, dazu kommen Widerstand gegen Durchstich und eine Profilsohle. Nach der Fassung 2022 steht S3 ohne Zusatz laut DGUV für eine metallische Einlage. Welche Klasse du brauchst, legt die Gefährdungsbeurteilung deines Arbeitgebers fest.
Die Einlage gegen Durchstich. Nach EN ISO 20345:2022 hat ein S3 ohne Zusatz laut DGUV eine metallische Einlage. S3L und S3S haben eine nichtmetallische: S3L ist mit einem 4,5 mm dicken Nagel geprüft, S3S mit einem 3 mm dünnen. Bei Nägeln dünner als 3 mm schützt laut DGUV nur eine Metalleinlage hinreichend. Nach der alten Fassung von 2011 kann ein S3 auch eine Textileinlage haben, laut AKU etwa Montagnard, Superalp und Utah Work GTX.
Nicht nach der Norm. Bei S3 wird laut DGUV nur das Obermaterial auf Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme geprüft, nicht der ganze Schuh. Die Wasserdichtheit des ganzen Schuhs belegen erst das Zusatzkennzeichen WR oder die Klasse S7. Für Arbeit bei stärkerer Nässe rät die DGUV zu WR oder S7. Ein GORE-TEX-Futter ersetzt diesen Nachweis nicht, achte deshalb auf das Etikett.
Beide stehen für geprüfte Rutschhemmung. SRC stammt aus der Fassung 2011 und heißt: geprüft auf Fliese mit Reinigungsmittel und auf Stahl mit Glycerin. Seit 2022 gibt es SRA, SRB und SRC nicht mehr. Die Prüfung auf Fliese mit Reinigungsmittel ist jetzt Grundanforderung, SR steht für die zusätzliche Prüfung auf Fliese mit Glycerin. Auf Schnee und Eis wird laut DGUV kein Sicherheitsschuh geprüft.
Die Norm schreibt laut DGUV kein Material vor, jede Kappe muss dieselbe Prüfung mit 200 Joule bestehen. Die SVLFG hält Kunststoffkappen meistens für geeignet, weil sie den Schuh leichter machen und sich nicht verformen. Laut DGUV verstärken Metallkappe und Metalleinlage das Auskühlen im Schuh nicht, bei Kälte zählt die Isolierung des Unterbaus mit dem Kennzeichen CI. Hat sich eine Kappe nach einem Schlag verformt, gehört der Schuh laut DGUV ausgetauscht.
Miss beide Füße am Nachmittag, wie es die DGUV rät. Sind sie verschieden lang, rät AKU zur Größe für den größeren Fuß. Leder dehnt sich laut DGUV nur in Grenzen, die Schutzkappe gibt vorne nicht nach. Probier mit deinen Arbeitssocken, geh in die Hocke und knie dich hin: Die Zehen dürfen vorne nicht anstoßen, am Kappenrand darf nichts drücken. Gleiche Größen verschiedener Marken passen laut DGUV nicht immer gleich.
Nur solche, die der Hersteller für dieses Modell freigegeben hat. Mit einer anderen Einlegesohle als der mitgeprüften erlischt laut DGUV die EU-Baumusterprüfbescheinigung, weil sich Antistatik und Platz unter der Kappe ändern können. Orthopädische Einlagen müssen nach einer mitgeprüften Fertigungsanweisung gebaut sein. In Österreich gibt es dafür die Verwenderbescheinigung für orthopädische Sicherheitsschuhe nach ÖNORM Z 1259, das Formular stellt die AUVA bereit.
Ja, Sicherheitsstiefel auf Bergschuh-Basis. AKU nennt Montagnard Work GTX und Superalp Work GTX für Arbeit in der Höhe und auf Gebirgsbaustellen, beide laut AKU für Steigeisen geeignet. Den La Sportiva Nepal S3 Work GTX nennt La Sportiva für Baumpfleger und Leitungsbau. Seine neue Version mit neuem Zertifikat ist der Nepal Work S7S GTX, ohne Schnittschutz. Ihn findest du bei den S7 Sicherheitsschuhen.
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